Kompressionsstrümpfe – die Versorgung beginnt mit dem richtigen Maß
Jedes Bein ist individuell. Damit Kompressionsstrümpfe optimal wirken und angenehm zu tragen sind, ist eine genaue Anpassung entscheidend. Nach der Vermessung wird geprüft, ob eine Serienversorgung oder eine individuelle Maßanfertigung die passende Lösung ist.
1. Beratung & Analyse
Gemeinsam wird geprüft, welche Versorgung zu Ihren Beschwerden passt. Die benötigte Kompressionsklasse wird in der Regel durch den Arzt festgelegt.
2. Exaktes Ausmessen
Durch verschiedene Umfangs- und Längenmaße wird sichergestellt, dass der Kompressionsstrumpf optimal sitzt und seine Wirkung entfalten kann.
3. Individuelle Versorgung
Sie erhalten eine passende Versorgung, die medizinische Wirkung, Tragekomfort und Alltagstauglichkeit verbindet.
Maßblatt Kompressionsstrümpfe
Sie möchten die benötigten Maße vorbereiten? Hier können Sie unser Maßblatt herunterladen:
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Welche Maße werden benötigt?
Umfangmaße für Kompressionsstrümpfe
Kniestrümpfe (A–D)
- A: Umfang am Zehengrundgelenk
- Y: Umfang über Ferse und Spann (Fuß angewinkelt)
- B: Umfang Fessel
- B1: Umfang Wadenansatz
- C: Umfang Wade
- D: Umfang unterhalb des Knies
Schenkelstrümpfe (zusätzlich A–G)
- E: Umfang Kniegelenk (ca. 30° angewinkelt)
- F: Umfang Ansatz Oberschenkelmuskulatur
- G: Umfang oberer Oberschenkel
Strumpfhosen (zusätzlich A–T)
- H: Hüftumfang
- T: Taillenumfang
Längenmaße für Kompressionsstrümpfe
Kniestrümpfe
- Fußlänge gesamt
- A: Ferse bis Zehenansatz
- B: Ferse bis Fessel
- B1: Ferse bis Wadenansatz
- C: Ferse bis Wade
- D: Ferse bis unterhalb der Kniescheibe
Schenkelstrümpfe
- E: Ferse bis Knie
- F: Ferse bis Oberschenkelanfang
- G: Ferse bis Oberschenkelende
Strumpfhosen
- K: Länge im Schritt
- H: Ferse bis Hüfte
- T: Ferse bis Taille
- G–T vorne: Höhe des Leibteils über dem Bauch
- G–T hinten: Höhe des Leibteils über dem Gesäß
Arten von Kompressionsstrümpfen
- Kniestrümpfe (A–D)
- Schenkelstrümpfe (A–G)
- Kompressionsstrumpfhosen (A–T)
Wie wirken Kompressionsstrümpfe?
Kompressionsstrümpfe üben von außen gezielten Druck auf das Bein aus. Dadurch werden die Venen unterstützt, der Blutfluss verbessert und Schwellungen reduziert.
Der höchste Druck befindet sich im Bereich der Fessel (100 %) und nimmt nach oben hin ab. Die richtige Stärke richtet sich nach Diagnose, Krankheitsbild und Therapieziel.
Die Kompressionsklassen
- CCL 1: ca. 18–21 mmHg
- CCL 2: ca. 25–32 mmHg
- CCL 3: ca. 36–47 mmHg
- CCL 4: ab ca. 59 mmHg
Wann werden Kompressionsstrümpfe eingesetzt?
- Krampfadern (Varikose)
- Veneninsuffizienz
- Thrombosen und deren Folgen
- Postthrombotisches Syndrom
- chronische Venenleiden
- Lymphödeme
- Lipödeme
- Ödeme nach Operationen oder Verletzungen
- Thromboseprophylaxe
Wann dürfen Kompressionsstrümpfe nicht getragen werden?
- fortgeschrittene arterielle Durchblutungsstörungen
- dekompensierte Herzinsuffizienz
- septische Phlebitis
- Phlegmasia coerulea dolens
Relative Einschränkungen
- nässende Hauterkrankungen
- Materialunverträglichkeiten
- Sensibilitätsstörungen
- fortgeschrittene Neuropathien (z.B. Diabetes)
- chronische Polyarthritis
Kompressionsstrümpfe aus medizinischer Sicht
Bei Venenerkrankungen entsteht häufig ein erhöhter Druck im Gewebe. Kompressionsstrümpfe wirken diesem entgegen und unterstützen die Funktion der Venen sowie des Lymphsystems.
Wann ist das Tragen sinnvoll?
Kompressionsstrümpfe werden häufig zur Behandlung von Venenerkrankungen, Lymphproblemen und nach Thrombosen eingesetzt. Auch vorbeugend können sie sinnvoll sein, beispielsweise bei langen Reisen oder Tätigkeiten mit langem Stehen.
Häufigkeit von Venenerkrankungen
Bei vielen Erwachsenen lassen sich Veränderungen der Beinvenen feststellen. Eine frühzeitige Versorgung kann helfen, Beschwerden zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern.
